Tourtagebuch

Mau, Rostock

09. Apr. 2011

von Rüdi

In der Nähe von Rostock hat es vorgestern Nacht einen verheerenden Unfall gegeben mit etlichen Toten und Verletzten. Die Autobahn ist noch immer gesperrt und die Feuer konnten erst im Laufe des heutigen Tages gelöscht werden. Näheres wissen wir auch nicht, wir beziehen unsere Neuigkeiten von Laufbändern in Tankstellenfernsehern und den Schlagzeilen in den Zeitungen.
Daher wissen wir auch, daß heute Dresden gegen Rostock spielt. Zwei Mannschaften, die sich hassen, da gibt es nach dem Spiel bestimmt wieder Senge, also beschließen wir, die Gegend um den Bahnhof erst einmal zu meiden. Unser Hotel ist am Bahnhof. So haben wir also Zeit für mehrmalige Nahrungsaufnahme, Aldi – Einkäufe, Mediamarkt, die Liebsten anrufen.....
da fährt mich so ein Arsch auf dem Parkplatz doch fast über den Haufen. In seinem Heck ein Fußballwimpel – das Spiel ist mittlerweile zu Ende – aber ich kann nicht erkennen, welche Mannschaft hier mit solchen Fans durch die Liga reist. Aber egal, ob das jetzt Übermut oder Kummer war, dem Mann gehört ein lautes „Arschloch!!“ hinterher gerufen, was ich auch prompt tue. Ich glaube nicht, daß dem in seinem Leben so was noch mal passiert, der wird sich jetzt ändern und in Zukunft auch für Tiere bremsen – so hab ich’s dem gegeben!!

Punkt 16 Uhr sind wir am Club, lernen von kleinen Jungs am Eingang, wie der Diskofinger geht und verziehen uns nach getaner Arbeit in den Backstage oder das gegenüber vom Club gelegene Schiff. Wir schlafen, schneiden Podcasts, essen Brötchen – alles ganz entspannt.
Claudio hat wieder einiges am Sound zu schrauben und Timmey richtet seinen Verkaufsstand ein. Der Bühnentechniker spielt Luftgitarre zu „UKB“ und Daniel rückt Wiskey raus und ist auch ansonsten für uns da.

Das Konzert

Heute tickt die Band in der gleichen Herzfrequenz und ja ich weiß wie man Hertz schreibt. Aber es geht heute alles smooth und groovy zu, es ist das bisher entspannteste Konzert auf der Tour. Keine Strahler, die uns die Schweißperlen ins Gesicht treiben (aber durchaus Licht), keine Ölsardinen im Saal (aber durchaus viele Menschen), keine Trinkexzesse (aber gute Laune), keine Wunderkerzen (aber leuchtende Augen). Wir spielen ein konzentriertes, gutes Konzert – mal abgesehen von beispielsweise „Weder Komponist noch Dichter“, als ich nicht mehr weiß, wo ich bin im Lied, oder der ein oder anderen Kleinigkeit. Aber das sind Dinge, wie sie auch am Lagerfeuer passieren und in etwa so ist auch die Stimmung. Gemeinsames Singen am Lagerfeuer.
Besonders schön dann der Moment als wir nach der Pause auf die Bühne kommen und von der kleinen Anouk einen selbstgebackenen Kuchen geschenkt bekommen. Sie feiert heute ihren siebten Geburtstag und ist schon ganz lange ein Monsters-Fan. Wir kennen sie gut, aber das ist natürlich eine Überraschung! Und dann kriegt sie auch ein Ständchen. Und so geht das Familienfest weiter, viele Leute lernen uns heute erst kennen und heute ist ein guter Tag dafür, denn wir sind entspannt im besten Sinne.
Natürlich sind das nur die Endorphine, wir haben immerhin Partytag Nr. 10, aber wenn die Glückshormone so funktionieren: warum nicht! Dann bitte mehr davon.

Gruß aus Rostock! Hier ist alles super!

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