Tourtagebuch

Pantheon *ausverkauft*, Bonn

04. Feb. 2013

von der glamuoröse Rüd van der Horst

Ein trüber, feuchter Tag, ein Ladeweg des Grauens, eine liebevolle Frühstückstheke, eine geheime Wendeltreppe, ein toller, gepflegter Club, eine gute Fee, die Geschenke macht, ein hinter schalldichten Türen verlorener Timmey, ein nahezu ausverkaufter Club, ein fürsorgliches Team, ein kranker Börnski und ein wunderschönes Konzert – das sind die Zutaten des Tages vier auf unserer Tour.
Burger hat das „Patheon-Casino“ gemietet und macht dort ein Fotoshooting mit einem Modell, Pensen und Timmey helfen vorweg beim Ausleuchten und werden sicherheitshalber gleich auch noch mal fotografiert, Totte ist auf einen Sprung rüber zu Christian Bartels, Börnski kämpft gegen Bakterien, wie sonst nur Totte in Algerien und ich hinke mit den Tourberichten hinterher.

Aber das Konzert am Abend ist eine Wucht. Wie die Leute fast auf der Bühne sitzen, wie sie abgehen, aufspringen, tanzen, singen, lachen oder durchs Theater rudern. Selbst die, die vielleicht nur aufgrund eines Abonnements den Weg ins „Pantheon“ gefunden haben. Hier lässt sich keiner lumpen – alle machen mit! Kleine Choreographien werden einstudiert, Totte freestylet sich durch seine Songs, Fred spielt ein fehlerfreies Solo auf zwei Flöten gleichzeitig, Totte tut es ihm auf dem zweireihigen Glockenspiel gleich, Börnski erläutert sein Timing-Problem, weil er ausgerechnet heute besonders fit sein wollte. Schließlich er hat dem „Pantheon“ zahlreiche Aufnahmen zu verdanken. Ich übrigens auch, bei mir gehen sowieso die Erinnerungen mit mir durch, weil ich in Bonn jahrelang gelebt habe. Von Totte ganz zu schweigen, der ist sogar hier in der Nähe geboren. Und darum wissen auch, dass man dem Rheinländer in der Karnevalswoche nicht mit Balladen kommen darf.
Wirklich nicht?
Alles Unsinn. Gerade für die leisen Töne ist heute Platz. Andächtiges Lauschen und kichernd um den Tisch hüpfen sind nämlich nur zwei Seiten derselben Medaille. Und die heisst „Pantheon“ und wir haben sie seit je her lieb und heute kommen noch ein paar glückliche Stunden mehr dazu. Wir freuen uns, dass unser aktuelles Programm so viel Anklang findet, aber es macht uns ja selbst Spaß. Und heute hier, in diesem stilvollen Ambiente und vor einem auffallend gemischten Publikum ganz besonders. Ich hoffe, man merkt uns an, wenn wir uns ehrlich freuen – über Spontaneitäten, über Stille, über Applaus oder Gelächter. Wir haben heute sehr viel Grund zur Freude.

Wir verbeugen uns.

Galerie