Tourtagebuch

Mau Club, Rostock

01. Feb. 2013

von Rüdi

„Party.“

Das erste Lied, das auf der Setliste steht, habe ich noch nie in meinem Leben gehört. Das zweite ist eine ähnliche Überraschung, aber ich will hier jetzt nicht alles schon verraten, was in den folgenden zehn Tagen bei unserer 22ten Clubtour auf unsere Zuhörer zukommen wird. Wir haben in den verschiedensten Schubladen gekramt und ein paar verstaubte Schmuckstücke zutage gefördert und ob man die noch brauchen kann, wissen wir natürlich noch nicht so genau, aber uns geht es jedenfalls gut, wenn wir die Setliste durchlesen – eine richtige kleine Zeitreise mit einigen „Ach ja!“ – Erlebnissen. Dem „Ach ja!“ folgt allerdings auch ein „Ups!“, denn wie gehen die alten Dinger denn doch gleich noch? Börnski singt auf der Toilette, Burger, Fred und ich suchen Harmonien, die auf meiner Gitarre plötzlich verschwunden sind, Pensen hat sogar seine alte Nylon mitgebracht.
Die übliche Nervosität vor einem Tourauftakt bleibt heute trotzdem aus. Wir haben keine Aufnahmen zu machen, unser aktuelles Album ist schon ein paar mal verkauft worden und die Charts stürmen müssen wir heute auch nicht. Es herrscht schlicht und einfach Vorfreude auf ein spannendes Konzert und wie sich bald herausstellen wird: völlig zu recht.
Knapp 200 Leute finden sich ein im „Mau-Club“, sie machen den Saal zum gut besuchten Wohnzimmer, Klampfen raus, los geht’s.


Ein gutes Lied, dieses erste! Finden alle. Wir freuen uns über die überraschten Gesichter, die auch beim zweiten Lied noch genau so aussehen und dann nehmen wir Fahrt auf und cruisen durch die Monsters-Geschichte. Natürlich vernachlässigen wir auch nicht beliebte Klassiker und die „Schnaps und Kekse“-Songs – ist ja logisch. Aber das neue Programm tut gut, es lebt von seiner Mischung, von seiner Nostalgie und von der Neuplatzierung von Bewährtem. Es ist nämlich so, dass ein Lied eine andere Wirkung erhält, wenn es an einer anderen Position gespielt wird. Stellt euch vor: Alles, was auf der rechten Seite bei euch ist, würdet ihr nach links packen und umgekehrt. Dann würdet ihr zwar aus den genau gleichen Teilen bestehen, hättet aber ein völlig neues Gesicht. So in etwa....
Jedenfalls macht es enormen Spaß, die Liste abzuspielen, die Totte, Pensen, Urs und Timmey auf der Hinfahrt ausgeheckt haben. Wir verpeilen natürlich unsere Einsätze und Töne, nicht aber ohne uns dabei zu freuen. Spektakuläre Einlagen von Fred und seinen mittlerweile diversen Flöten, Labörnski´s spontane Supershow, das lauteste „Tiefkühlpizza“ der Weltgeschichte und ein durchaus leerreicher Geographiekurs über die Ostseeküste – das sind nur ein paar Randnotizen zu diesem Abend, an dem wir uns ganz einfach nur sauwohl fühlen. „Uiuiuiuiui!!“ ist das Wort des Tages – ziemlich treffend finde ich. Wir erleben einen Tourauftakt wie aus dem Kindermalbuch – albern, überschwänglich und die Welt bestaunend. Wo geht die Reise hin? Wird es morgen wieder so schön sein? Kann es das überhaupt?

Die zwei Monate Pause haben gut getan, für uns ist das eine Ewigkeit. Aber jetzt, wo wir in die vielen gutgelaunten und lieben Gesichter sehen, die mit uns singen und tanzen, da wissen wir auch wieder, wie gut es uns auf Tour doch geht. Vielen Dank für euer Dasein, liebe Rostocker. Es ist ein Vergnügen, ein Spaß und ein Fest mit euch!

Nach dem Konzert gibt’s noch ein kleines Ständchen bei Timmey und dann auf einen Absacker in die Raucherbar.

Juhu!
Tag eins war schön!

Wir danken dem netten Team vom „Mau-Club“ und all seinen tollen Gästen!

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