Tourtagebuch

Hirsch, Nürnberg

09. Apr. 2014

von Harry

Bevor wir uns unsere Pause gönnen, wollen wir noch mal im „Hirschen“ in Nürnberg vorbeisehen und uns von diesem phänomenalen Club verabschieden. Hier ist einfach alles 1A. Verpflegung, Sound, Drumherum, Team – alles eben. Mittlerweile gibt es sogar eine neue Backstage in einem frisch gebauten Anbau mit modernen Duschen und Toiletten und – logisch – vernünftigem Bier im Kühlschrank und leckerem Wurst- und Käseallerlei. Wir sind halt wieder in Bayern.
Zum Abendessen gibt es Braten und Klöße, für Totte eine Gemüse-Nudel-Sache, also abnehmen tut man auf so einer Tour eher nicht.
Beinahe hätte ich das Essen allerdings verschlafen, weil ich die Kühle meiner Schlafkoje ausgiebig genieße. Hier ist nämlich auch der Strom 1A und so funktioniert seit langem mal wieder die Klimaanlage.

Das Konzert: Nicht unser Bestes, das wir hier gegeben haben. Wir haben vorher ein bisschen an der Setliste rumgedoktert, was allerdings nicht zu deren Vorteil war. Manchmal kann es reichen, dass man nur zwei Lieder austauscht und der ganze Abend bekommt eine andere Fahrt. Oder man tauscht zwei Lieder aus und steckt damit einen Stock in die Speichen. So wie heute.
Trotzdem haben wir natürlich unseren üblichen Spaß und erleben auch heute hier wieder einen Abend, wie man ihn sich eigentlich nur wünschen kann. Vor allem nach der Pause kommt ein wenig Fett in die Pfanne und am Ende tanzen wir wieder auf den Stühlen, aber der Weg dorthin war heute weiter als sonst, vielleicht weil wir schon ein paar Tage unterwegs sind, vielleicht weil die Konzentration nachlässt, vielleicht weil wir in unseren Gedanken gerade einen privaten Problemstau haben, man weiß es nicht. Ich will hier nicht schlecht reden, was eigentlich toll ist, ich jammere hier gerade auf einem solchen hohen Niveau, dass es mir selbst peinlich ist, jetzt, wo ich es merke.
Aber eins darf man sich wohl vornehmen: Wenn wir wieder kommen, brennt die Luft vom ersten Moment an, so wie es dem Hirschen gebührt.

Galerie