E-Werk, Eschwege
13. Nov. 2015

Tourtagebuch

E-Werk, Eschwege

13. Nov. 2015

von Rüdili

Eigentlich geht die Reise jetzt erst richtig los. Und starten tun wir da, wo nach unseren auf Erfahrung beruhenden Vorstellungen die Welt heil, liebevoll und schön ist. Es ist in etwa so, als holten wir uns vor der großen Reise zuhause noch schnell den Mutterkuss ab. Zu kitschig? Ihr habt keine Ahnung.
Ich schiebe meine Sackkarre vom Bahnhof zum E-Werk, es regnet ungemütlich, aber ich weiß, dass in wenigen hundert Metern alles gut sein wird. Lieblingsmenschentreffen im Backstage. Und vor der Tür parkt perlweiß unsere Herberge für die nächsten neun Tage mitsamt Herbergsvater Soelve.
Auf dem Tisch steht eine Palette Schalen bereit mit selbst gemachten Köstlichkeiten und überall turnen Flairisten herum, um alles für den Abend hübsch zu machen. Empfang de luxe. Ehrliche Freude allerseits. Das wird was werden.
Wir essen zusammen, kriegen Besuch von „Viva con aqua“, die mit uns ein Foto machen wollen, besprechen ein paar Details, die sich in der letzten Woche im Programm geändert haben und währenddessen füllt sich der Saal mit der Festgemeinde und als es plötzlich laut wird und „Monsters“-Chöre angestimmt werden, wissen wir, dass wohl das Saallicht ausgeschaltet wurde und der Spaß beginnt.
Was für eine Begrüßung!
Die folgenden drei Stunden gehören unserer gegenseitigen Zuneigung. Wir sind hier an einem besonderen Ort und das wissen alle, wir und das Publikum, und das spüren wir in jedem Moment. Ziemlich viele neue Lieder gibt es für die Eschweger heute zu hören, das ein oder andere haben wir zwar schon auf dem „Open Flair“ vorgestellt, aber das Konzert muss sich durch die neuen Songs erst mal wieder selbst entwickeln und wir sind glücklich, festzustellen, dass das auch so ist. Dass wir es dabei nicht gerade schwer gemacht kriegen, geben wir allerdings auch gerne zu. Als am Ende dann doch noch die Klassiker kommen, brechen die letzten Dämme, es wird gemosht wie bei den ganz großen, manche kugeln vor Freude auf dem Boden rum, Markus Stolle bringt Drinks auf die Bühne, hoch die Tassen, auf Eschwege, auf das Open Flair, auf das E-Werk und die ganze gottverdammte schöne Welt!

Glücklich sitzen wir hinterher auf der Couch zusammen, wir und die Flairisten, feiern, was es zu feiern gilt und da platzt die schlimme Nachricht aus Paris rein.

Schade, Welt.

Danke, Eschwege. Wir werden euch immer lieben.

Los geht die Reise

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